Zeitmanagement II – warum es nicht DAS EINE Tool gibt

Die Anforderungen, die im beruflichen sowie im privaten Alltag an uns gestellt werden, wachsen seit hunderten von Jahren.

Während die Menschen früher fast ausschließlich arbeiteten, um Nahrung zu beschaffen und deshalb den Herden hinterher zogen, wurden sie später sesshaft und bestellten die Felder mit einfachen Werkzeugen. Die Werkzeuge wurden komplizierter, es mussten Handwerker her. Über die Industrialisierung, die unzählige Arbeiter beschäftigt, geht es rasant ins digitale Zeitalter. Computer bestimmen die Welt und viele Berufe sterben aus – neue Zweige entstehen und somit ist der Mensch permanent gefordert, sich weiterzuentwickeln, um den Erwartungen von außen gerecht zu werden.

Wo es früher Spezialisten gab, ist heute der gefragt, der am besten alles kann. Und so kommt es, dass wir in der heutigen Zeit mit einer Vielzahl von Aufgaben konfrontiert werden, die idealerweise asap (so schnell wie möglich) erledigt werden sollen.

Wem es hier gelingt, seine Zeit vernünftig einzuteilen, ist zufriedener und hat noch Luft für ein erfüllendes Privatleben.

Die Frage ist also: wie können wir unsere Arbeitslast entspannter und somit effektiver angehen?

Wie bereits in unserem Artikel zum Thema Zeitmanagement im März beschrieben, ist es wichtig zu wissen, wo wir überhaupt hinwollen. Wir benötigen ein Ziel! Im nächsten Schritt gibt es unterschiedliche Methoden, die Zeit – um dieses Ziel zu erreichen – sinnvoll einzusetzen. Wir berichteten über Priorisieren, Zeiträuber, Zeitfenster und die Methode Eat the frog.

Wir müssen jedoch eines realisieren: es gibt nicht DIE EINE Methode, die für jeden von uns gleichermaßen sinnvoll ist. Was bei dem einen funktioniert, kann beim anderen schief gehen. Das liegt u.a. daran, dass es sogenannte konvergente und divergente Denker gibt.

Lothar Seiwert spricht in seinem Buch „Wenn Du es eilig hast, gehe langsam“ von genau diesen Menschentypen. Zu welcher Spezies wir gehören, ist davon abhängig, ob bei uns bevorzugt die linke (konvergenter Typ) oder die rechte (divergenter Typ) Gehirnhälfte aktiv ist.

Demnach sind konvergente Menschen eher konzentriert auf Details. Sie arbeiten schrittweise, planen gerne und gehen im Allgemeinen logisch vor.

Divergente Menschen hingegen sind kreativ, suchen die Vielfalt und sehen das große Ganze.

Aufgrund dieser Erkenntnisse ist es naheliegend zu vermuten, dass beide Typen unmöglich den gleichen Arbeitsstil bevorzugen. Und genauso ist es auch beim Zeitmanagement: das Schreiben von To-Do-Listen und das Setzen von Prioritäten – für den Konvergenten: nichts leichter als das. Für den Divergenten dagegen: die reinste Qual. Dieser mag es dafür farbenfroh und erfreut sich über immer neue Tools zum Austoben: sei es ein weiterer Kalender oder Buntstifte zum Highlighten der Aufgaben. Hauptsache, er kann das Rad immer wieder neu erfinden und drohender Routine frühzeitig aus dem Weg gehen.

„Zeit haben“ ist eine Entscheidung

Einer meiner damaligen Personalchefs fragte mich eines Tages in einem Meeting: „Wie viele Stunden hat Ihr Tag, Frau Goldschmid?“. Ich war zunächst irritiert, antwortete dann aber wahrheitsgemäß mit „24 Stunden“. Ich glaube, das war genau die Antwort, die er hören wollte.

Vielleicht denken Sie jetzt, das ist provokativ. Aber hat nicht jeder von uns dieselbe Zeit zur Verfügung? Wieso nehme ich mir nicht die Zeit, die ich brauche? Unsicherheit, Ängste oder gar Bequemlichkeit könnten mögliche Ursachen dafür sein. Wenn wir das nächste Mal sagen „Ich habe keine Zeit“ sollten wir genauer in uns hinein hören und überlegen, welche Emotion wir gerade verdrängen.

Und was ist, wenn die Zeit nicht ausreicht? Wenn ich mehr als 24 Stunden bräuchte?

Früher ging es mir häufig so, dass ich mir ellenlange To-Do-Listen geschrieben habe und regelmäßig unzufrieden – wenn nicht gar frustriert – war, wenn ich abends völlig erschöpft feststellen musste, dass ich nicht annähernd das geschafft hatte, was ich mir morgens hochmotiviert vorgenommen hatte.

Bis ich eines Tages dazu überging, mir im Vorfeld zu überlegen, wie viel Zeit ich denn für die einzelnen Tätigkeiten überhaupt benötigen würde. Schon beim Erfassen meiner Liste wurde mir dann oft klar, dass es unmöglich ist, alles an einem Tag zu erledigen. Und dann habe ich automatisch damit begonnen, Prioritäten zu setzen. Welche Aufgabe hat Zeit bis morgen? Was kann bis nächste Woche warten? Wer kann mir etwas abnehmen? Ich habe nun immer mehr Spaß daran, meine Listen zu „bearbeiten“ und bin abends sehr zufrieden mit mir, wenn ich sehe, wie erfolgreich ich meine Dinge erledigen konnte.

Meine bevorzugte Vorgehensweise lässt sich am besten mit der bekannten ALPEN-Methode und einem Beispiel, wie dieser Artikel entstand, beschreiben.

A wie Aufgaben und Termine festhalten

Mein Ziel ist klar: ich möchte einen Artikel über Zeitmanagement schreiben. Ich weiß, wann der Artikel veröffentlich werden soll und somit, wieviel Zeit ich bis dahin habe (unter Berücksichtigung aller anderen Aufgaben). Was ist zu tun? Ich mache Brainstorming, betreibe Recherche, sammle relevante Fakten und letztendlich muss ich den Artikel natürlich auch schreiben.

L wie Länge beurteilen (Zeitfenster)

Im zweiten Schritt überlege ich mir, wie viel Zeit ich voraussichtlich für die jeweilige Aufgabe benötige. Also wie lange möchte ich für das Brainstorming investieren, wie lange dauert es womöglich die nötigen Fakten zu recherchieren und wie viel Zeit brauche (oder habe) ich, um den Artikel zu verfassen.

Dabei plane ich in der Regel sehr großzügig um mir selbst genügend… und damit weiter zu Schritt 3

P wie Pufferzeit einkalkulieren (60:40)

…Puffer einzuräumen.

Diese 60:40-Regel meint, dass die zur Verfügung stehende Arbeitszeit nur zu 60% verplant werden soll. Ich persönlich gehe damit wie folgt um: Bei Tätigkeiten, die ich beispielsweise mit 40 Minuten ansetzen würde, verplane ich automatisch 1 Stunde. Oder, mit anderen Worten ausgedrückt: ich plane grundsätzlich nur im Halbstunden-Takt und runde immer auf.

Bezogen auf einen ganzen Tag bedeutet die 60:40-Regel: wenn Sie 8 Stunden zur Verfügung haben, sollten Sie nur 4,8 Stunden verplanen und den Rest für Unvorhersehbares „reservieren“.

E wie Entscheidungen treffen (priorisieren)

Jetzt kann es passieren, dass die geplante Tätigkeit (nehmen wir mal in meinem Beispiel das „recherchieren der Fakten“) auf Grund einer Vielzahl anderer Aufgaben nicht mehr in meinen Tageszeitplan passt. Dann ist es wichtig, Prioritäten zu setzen. Kann meine Recherche warten? Bis wann sollte der Artikel fertig sein? Wo kann ich dieses geplante Zeitfenster unterbringen?

N wie Nachkontrolle

Zu guter Letzt kommen dann die altbewährten Häkchen ins Spiel. Hier sollte dringend überprüft werden, welche Aufgaben am Tagesende erledigt und welche denn doch noch offen sind und wo diese Zeitfenster zu einem späteren Zeitpunkt noch untergebracht werden können.

Die Vorteile dieser Methode sind vielfältig: Zunächst sehe ich im Vorfeld bereits, was überhaupt realisierbar ist. Die Zufriedenheit steigt darüber hinaus enorm, da bei „guter“ Planung die Themen auch erledigt werden können. Und die Planung ist für verschiedene Zeitvolumina einsetzbar, d.h. für Tages- Wochen- oder Monatsziele.

Ich persönlich habe sehr gute Erfahrungen mit der Methode gemacht und kann Sie nur einladen, es selbst auch auszuprobieren.

Kicki

 

Viel Erfolg bei der Umsetzung wünscht Ihnen herzlichst

Brigitte Goldschmid

Dale Carnegie Business Coach

 

Wenn nicht jetzt, wann dann?

Liebe Leserinnen und Leser,

Selbstoptimierung scheint in den letzten Jahren ein Credo für viele von uns geworden zu sein…ständig höre ich Begriffe wie Selbstmanagement und Zeitmanagement…aber worum geht dabei eigentlich?

Maximal produktiv sein und dabei stressfrei und entspannt alle Ziele erreichen – wie schaffen wir das? Damit unser persönliches Zeitmanagement wirklich erfolgreich wird, müssen wir uns zunächst ein paar Dinge bewusst machen.

Es ist ein Irrglaube, alle Aufgaben in den Terminkalender zu pressen und maximal schnell abzuarbeiten, bewiese gutes Zeitmanagement. Vielmehr sollte der Fokus bei der Zeitplanung auf unserer Vision, oder im beruflichen Kontext der Unternehmensvision, liegen. Aus einer Vision ergeben sich wiederum konkrete Ziele. Wir müssen uns also die Frage stellen:

Wo soll es langfristig hingehen und welche Ziele muss ich dafür verfolgen?

Nur mit diesem ersten strategischen Gedankenschritt werden wir unser Themenchaos und das Gefühl der Überforderung ablegen können. Ohne das Bewusstmachen unserer wirklichen Prioritäten werden wir es zwar möglicherweise schaffen, alle anfallenden Aufgaben Stück für Stück abzuarbeiten. Aber was nutzt uns das, wenn wir abends völlig erschöpft nach Hause kommen?

 

„Zeitmanagement ist Unsinn. Sie können die Zeit nicht managen – nur Ihr Verhalten“. Michael Kastner

 

Mehr Effizienz durch Prioritäten

Wenn wir unsere Vision und Ziele klar vor Augen haben, können wir bei der täglichen Planung unserer Aufgaben den Fokus auf die Dinge legen, die zum Erreichen der Ziele entscheidend sind. Dabei wird es dringendere Aufgaben geben, die sich im Arbeitsalltag in den Vordergrund drängen, und weniger dringende, die aber für die Erreichung unserer Ziele nicht minder wichtig sind. Entscheidend ist es, die Prioritäten zu erkennen.

Zeiträuber enttarnen und eliminieren

Oft schieben wir die zwar äußerst wichtigen, aber zeitlich nicht dringlichen Aufgaben, nach hinten, weil wir durch vermeintlich „akute“ Themen aufgehalten werden. Kennen Sie das auch? Gerade haben Sie sich in das wichtige Projekt, dessen Deadline immer näher rückt, eingearbeitet…da ruft die nette Kollegin an und bittet um kurzfristige dringende Hilfe. Und schon rückt das eigentliche Prioritäts-Projekt in weite Ferne…

Das Schlimme daran ist, dass die kurzfristige Erledigung solcher zeitraubenden Spontanaufgaben meist gar nicht zu unserer Zielerreichung beiträgt. Wie können wir also derartige Störungen, die uns vortäuschen, sofort erledigt werden zu müssen, identifizieren und vermeiden?

Hier bietet sich klassisches Protokollieren an. Indem ich drei Tage lang im Halbstundentakt niederschreibe, mit welchen Tätigkeiten ich meinen Tag verbringe, enttarne ich meine persönlichen „Störenfriede“ und kann dann gezielt handeln. Diese „Zeiträuber“ kann ich dann im besten Falle delegieren oder sie auf einen zeitlich begrenzten Platz verweisen. Idealerweise widme ich mich diesen Dingen zu einer Zeit, in der meine Leistungskurve ohnehin nicht besonders hoch ist.

Anschließend geht es darum, eine Herangehensweise an die wichtigen Aufgaben auszuarbeiten. Dafür empfiehlt sich eine Rangliste: Schreiben Sie die wichtigen Aufgaben nach Priorität geordnet untereinander, notieren Sie deren voraussichtliche Länge und geben ihnen noch einen realistischen Puffer für Unvorhergesehenes dazu. Eine solche Rangliste erleichtert Ihnen die Kontrolle am Ende des Tages oder der Arbeitswoche.

Unangenehmes erfolgreich erledigen

Praktische Tipps für Aufgaben, die Sie seit Langem vor sich herschieben:

  1. Eat the frog! Die klassische Methode empfiehlt, „den Frosch“ gleich am Morgen zu essen. Stürzen Sie sich als erstes auf die unangenehmste Aufgabe! Danach fühlen Sie sich befreit und bereit für die angenehmeren Projekte.
  2. Step-by-Step! Teilen Sie die Aufgabe in einzelne „Häppchen“ und erledigen jeden Tag eines davon. Das bringt Erfolgserlebnisse und spornt an, weiterzumachen.
  3. Weg damit! Vielleicht identifizieren Sie die Aufgabe als so unwichtig, dass Sie sie endgültig streichen können.

Eines ist sicher: Jede erledigte Aufgabe bewirkt ein Gefühl der Erleichterung und des Erfolgs in uns. Und eine entspannte Grundstimmung wirkt sich wiederum positiv auf unser Privat- und Berufsleben aus.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein bereicherndes Zeitmanagement!

Nicole_klein

 

 

Herzliche Grüße

Nicole Jantzen

Dale Carnegie Business Coach

 

 

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Erfolgsfaktor Fehler-Toleranz

Liebe Leserinnen, liebe Leser!

Irren ist menschlich. Trotzdem wollen wir lieber Recht haben. Wir haben bei uns und anderen meist eine sehr geringe Fehler-Toleranz und wollen auf keinen Fall dabei ertappt werden, wenn wir uns irren. Konzentrieren wir uns aber nur noch darauf, immer Recht zu haben und alles perfekt zu machen, vergessen wir oft, dass dies lediglich unserem „inneren Sinn der Richtigkeit“ entspricht – geprägt von unseren Erfahrungen, dem sozialen Umfeld, unserer Schulbildung, den kulturellen Einflüssen etc.

Mistake

Wir Menschen haben alle individuelle Filter und Rahmen, die durch unsere Werte und Erfahrungen geprägt sind. Wir sehen die Welt genau so, wie wir sie sehen wollen – und nicht unbedingt, wie sie wirklich ist. Jeder hat also seine eigene Wahrnehmung – und das ist auch gut so. Denn wäre das Leben nicht langweilig, wenn wir alle das gleiche Bild vor Augen hätten? Gerade weil jeder Mensch seine eigene Welt so kreiert, wie er sie gerne sehen möchte, gibt es doch so viele verschiedene Ansichten. Meiner Meinung nach macht das das Leben erst so richtig spannend, da wir genau deswegen so unglaublich viel voneinander lernen und profitieren können.

„Fallor Ergo Sum“ = „Ich irre, also bin ich.“ – St. Augustine

Recht haben zu wollen, sowie das Streben nach Perfektion, ist in unserer Kultur stark verwurzelt. Doch genau das hält uns oft davon ab, unser volles Potential zu entfalten. Denn Fehler zu machen ist nicht nur vollkommen in Ordnung, sondern vor allem auch notwendig, damit wir daraus lernen und uns so immer weiterentwickeln können!

Fehler sind eine Quelle für Produktivität und Kreativität. Wir brauchen diese Momente, in denen wir feststellen, dass wir auch mal irren und eventuell die Dinge nicht ganz so laufen, wie wir sie uns in unserer perfekten Welt vorgestellt haben.

Macht es also nicht viel mehr Sinn, sich der Meinung und Ansichten anderer gegenüber zu öffnen, um unseren eigenen Horizont noch mehr zu erweitern, anstatt immer Recht haben zu wollen? Wäre es nicht einfacher, seine Fehler zuzugeben und so Menschlichkeit zu zeigen? Könnten wir dann nicht eine Kultur schaffen, in der Fehler erlaubt sind, anstatt immer nur perfekt sein zu müssen, und in der wir gegenseitig voneinander lernen können, anstatt immer alles besser wissen zu müssen?

Das Leben ist voll mit schönen Überraschungen, wenn wir uns nur trauen und Mut zur Menschlichkeit zeigen. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Mut und wundervolle Überraschungen!

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Ihre Annie Wulf

Dale Carnegie Business Coach

Wie kann man mit Stress umgehen?

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

wie versprochen kommt heute der zweite Teil meines Beitrags zum Thema Stress. Hier möchte ich Ihnen ein paar Tipps mit auf den Weg geben, wie Sie zukünftig besser mit stressigen Situationen umgehen können…

1. Atmen

Gerade wenn man aus der Situation nicht entfliehen kann, ist eine tiefe, bewusste Atmung eine gute Lösung. So können Sie wieder einen klaren Gedanken fassen und nehmen sich einen Moment, um sich wieder mit frischer Energie zu versorgen.

2. Visualisieren

Für manche Menschen ist die visuelle Variante ein gangbarer Weg. Man beobachtet, wo im Körper der Stress gerade hängt (z.B. Energiekloß im Hals) und visualisiert, wie man den Kloß entfernt. Viele können sich hier bildhaft vorstellen, wie die schlechte Energie, die von anderen zu einem geschleudert wird, an einem vorbei geleitet wird.

3. Die Aussage des anderen nicht persönlich nehmen

Wer alles persönlich nimmt, ist im ständigen Stress, sein Ego verteidigen zu müssen. In den meisten Fällen meint es das Gegenüber gar nicht persönlich. Um hier nicht in eine Verteidigungshaltung zu verfallen, setzt es ein gewisses Maß an Selbstreflektion und Kritikfähigkeit voraus – dies können Sie im Laufe Ihrer Persönlichkeitsentwicklung bewusst trainieren.

4. Auf die Metaebene gehen

Versuchen Sie mal, ganz bewusst auf einen Angriff nicht zu reagieren, sondern sich das Geschehen von der Metaebene aus ansehen. Manchmal erkannt man aus einer anderen Perspektive plötzlich, wie lächerlich das Aufplustern der zwei Egos gerade aussieht und kann spontan lachen.

5. Verständnis für den anderen haben

Wenn man nicht mehr alles persönlich nimmt, kann man auch dazu übergehen, dem Gegenüber Mitgefühl und Verständnis entgegen zu bringen. Wenn sich jemand respektlos und aggressiv verhält, kann man davon ausgehen, dass dieser Mensch gerade Stress und Probleme hat. Denn kein Mensch, der mit sich und der Welt im Reinen ist, legt solch ein Verhalten an den Tag.

6. Stress wegen zu vieler Aufgaben

Stress entsteht häufig, wenn man eine Anzahl von Dingen in einer Zeit erledigen will, in der diese nicht schaffbar sind. Den Stress macht man sich in den meisten Fällen selbst, die Anspruchshaltung ist zu groß – Stichwort Perfektionismus.  Die Lösung ist hier ganz einfach: Entweder man macht nur das, was in der Zeit geht, oder man macht alles  in einer niedrigeren Qualität. Hat man sich damit abgefunden, erstellen Sie sich am Besten eine To-Do Liste, auf der Sie alle Aufgaben entsprechend der Dringlichkeiten auflisten. Erst dann beginnen Sie, die Liste Punkt für Punkt abzuarbeiten.

7. Wenn Anweisungen oder Vereinbarungen ignoriert werden

Wenn man Dinge bereits mehrmals erfolglos angesprochen hat, macht es Sinn, die Strategie zu ändern. Die meisten Menschen neigen dazu, Anweisungen mit der Zeit lauter und ungehaltener zu artikulieren. Zuletzt folgt irgendwann Resignation, unerledigte Aufgaben werden im Zweifel selbst erledigt. Versuchen Sie es stattdessen doch mal mit wertschätzender Kommunikation:  berücksichtigen Sie die Ziele und Bedürfnisse Ihres Gegenübers und stellen Sie Fragen, statt Anweisungen zu geben. Sobald Sie die Beweggründe des anderen verstehen finden Sie sicherleich schnell eine gemeinsame Lösung, die beide Parteien mittragen und umsetzen.

Viel Erfolg mit diesen Tipps. Ich würde mich sehr über einen Kommentar zu freuen, wenn Sie einen der Punkte realisiert und ausprobiert haben, oder weitere Ratschläge teilen möchten.

Herzliche Grüße,

Nicole_klein

 

Ihre Nicole Jantzen

Dale Carnegie Business Coach

 

 

 

Stress… und dann?

Liebe Leserinnen, liebe Leser!

Stress ist eine körperliche und psychische Reaktion eines Menschen auf eine Situation, mit der wir nicht umgehen können. Ursache dafür sind z.B. Zeitdruck oder Zeitmangel, soziale Konflikte, ein gestörtes Betriebsklima, inadäquates Führungsverhalten von Vorgesetzten, aber auch persönliche bzw. familiäre Probleme.

Stress wird gefährlich wenn er chronisch wird. Der andauernde Alarmzustand zehrt an den körperlichen und psychischen Reserven. Nachweislich ist bei einer chronischen Stressbelastung z.B. das Immunsystem geschwächt und die Wundheilung verlangsamt sich. Weitere mögliche Folgen sind erhöhte Müdigkeit, Depression und Magen-Darm-Erkrankungen, sowie ein erhöhtes Risko für Schlaganfall und Herzinfarkt.

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Gerade Menschen mit direktem Kundenkontakt sind vielen Fragen und teils respektlosen Konfrontationen ausgesetzt. Kein Wunder also, dass mich auch viele Teilnehmer unserer Trainings immer wieder fragen, wie sie mit Stress umgehen sollen.

Die „Lösungen“ bestehen oft im „in sich reinfressen und lächeln“ , „rausgehen und schreien“ oder rauchen. Irgendwann ist jedoch unser persönliches Limit erreicht und die angestaute Wut wird ausagiert und eskliert dann in augenscheinlich harmlosen Situationen – in der Arbeit oder zu Hause.

Auf Dauer löst keiner dieser Herangehensweisen das Problem. Weder verdrängen noch ausagieren mindert auf lange Zeit gesehen die vorhandene Stressenergie im Körper.

Doch wie geht man denn nun richtig mit Stress um?

Gundsätzlich möchte ich Ihnen folgendes mit auf den Weg geben… Wer z.B. meditiert oder autogenes Training macht, hat eine ruhigere Grundhaltung und ist generell nicht so leicht gestresst. Auch die Umwandlung der Stressenergie in sportliche Tätigkeit ist eine gute Idee.

Desweiteren ist die Lebenseinstellung essenziell. Hat man die Einstellung, dass einem alles zufällig passiert und man allein gegen den Rest der Welt kämpft, erlebt man sicher mehr Stress, als wenn man davon ausgeht, dass hinter allem ein gewisser Sinn steckt, man durch seine Lektionen lernen und stärker werden kann und man dem Leben insgesamt vertrauen kann, dass es das Beste für einen will.

Der angestaute Stress hat das Potential, den Menschen krank zu machen. Weitere Tipps, wie Sie mit Stress erzeugenden Situationen am besten umgehen, um die Folgen, wie z.B. Lustlosigkeit dem Leben gegenüber, viel Schlafbedarf, Burnout oder Aggression, etc. zu vermeiden, lesen Sie in Teil II meines Beitrags am 1. November.

Mit besten Grüßen

Nicole_klein

 

Ihre Nicole Jantzen

Dale Carnegie Business Coach

 

 

Das allgegenwärtige Email-Postfach

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

die Urlaubszeit ist beinahe vorüber und wenn ich jetzt frage, wer in seinem Urlaub nicht ein einziges Mal seine Geschäftsemails gecheckt hat, würden dies nur die Wenigsten behaupten. Falls Sie zu denjenigen gehören, die das geschafft haben – herzlichen Glückwunsch!

Vermutlich kenn wir alle genau dieses Gefühl. Man möchte nur kurz schauen, ob es irgendwo brennt, ob alles funktioniert und man sich auch wirklich entspannen darf. Deshalb wirft man einen Blick auf seinen Posteingang und schon beschäftigt man sich mit Emails, deren Inhalte eigentlich gar nicht so dringlich sind und bei denen es völlig legitim wäre, wenn sie unsere Aufmerksamkeit erst nach dem Urlaub erhalten. „Das geht ja schnell und dann ist es erledigt!“ trifft leider auf zu viele Nachrichten zu und schon haben wir in unserem Urlaub unnötig viel Zeit und Gedanken auf unseren Job verschwendet, die wir eigentlich zur Erholung hätten nutzen sollen.

Viele Arbeitnehmer (42%) fühlen sich laut einer Studie von Randstad aus dem Jahr 2014 verpflichtet, auch im Urlaub einen Blick in die Emails zu werfen. Zusätzlich fühlen sich 26% schuldig, wenn sie ihren gesamten Jahresurlaub in Anspruch in nehmen. Doch bestätigen 67% der Befragten gleichzeitig, dass sie sich nach der Rückkehr aus einen erholsamen, arbeitsfreien Urlaub produktiver fühlen.

Was können wir also tun, damit wir im Urlaub wirklich abschalten und entspannen?

  1. Vorbereitung & Abstimmung: Am besten geben wir den Kollegen und Dienstleistern schon eine Woche vor dem Urlaub Bescheid, dass wir in einem bestimmten Zeitraum nicht erreichbar sind. Dann lassen sich alle wichtigen und dringlichen Aufgaben noch vor dem Urlaub erledigen.
  2. Information & Kommunikation: Eine Abwesenheitsnotiz einzurichten ist unumgänglich, da dann jeder weiß, wann er mit einer Antwort auf seine Email rechnen kann. Zusätzlich sollten Sie in der Nachricht auf eine Urlaubsvertretung verweisen und deren Kontaktdaten für wichtige Fälle angeben. Durch eine Übergabe vor dem Urlaub kann Ihre Vertretung die meisten Aufgaben dann bearbeiten, an die richtige Abteilung verweisen oder muss Sie schlussendlich nur im dringendsten Fall kontaktieren.
  3. Abschalten & Abgrenzen: Selbst das Symbol eingehender Emails oder die sogenannten Push-Benachrichtigungen mit einer Betreffzeile wecken unsere Neugier. Schalten Sie diese Funktionen auf Ihrem Handy für die Urlaubszeit ab. Wenn Sie gar nicht mitbekommen, dass Sie Emails erhalten haben, ist die Chance größer, dass wir das Mailprogramm gar nicht erst öffnen. Deshalb also unbedingt die Benachrichtigungsfunktion ausstellen.
  4. Termine & Zeitplan: Verfallen Sie nach dem Urlaub auf keinen Fall – aufgrund der Menge der Emails – in Stress und Hektik. Planen Sie sich genug Zeit ein und legen Sie sich Termine in Ihrem Kalender explizit für die Bearbeitung Ihrer Emails an – selbst, wenn es der komplette, erste Arbeitstag ist.

Gönnen Sie sich also echte Erholung und nutzen Sie Ihren nächsten Urlaub als solchen. Schalten Sie ab – innerlich genauso wie Ihr Geschäftshandy und den Firmenlaptop.

In diesem Sinne einen guten Start nach dem Urlaub und beste Grüße

MPRICK

 

Miriam Prick

Dale Carnegie Trainerin

Erfolg in Stress- und Druck-Situationen

Liebe Leserinnen, liebe Leser!

Druck und Stress sind beinahe schon alltäglich. Für den einen sind sie Antrieb für bessere Leistungen, für viele jedoch eine Hürde, die nur schwerlich überwunden werden kann. Stress ist eine Einstellungssache und entsteht durch unseren Blick auf eine Situation, nicht durch die Situation selbst. Diese Einstellung ist für jedermann neu erlernbar. Mit folgenden Tipps sind die nächste Gehaltsverhandlung oder das kommende Bewerbungsgespräch kein Problem mehr.

1. Glaubenssätze erkennen und überwinden

„Ich kann nicht rückwärts einparken!“ oder „Bei Bewerbungsgesprächen werde ich immer nervös.“ – solche sogenannten Glaubenssätze haben eine enorme Wirkung auf unser Selbstbewusstsein und damit den Umgang mit Drucksituationen. Wer sie überwindet, kann befreit auf stressige Gegebenheiten reagieren. Das geht in vier Schritten:

  • unangenehme Situation mit negativen Emotionen identifizieren
  • Glaubenssatz identifizieren (z.B. „hier versage ich immer“)
  • negative Einstellung in eine positive Aussage umwandeln
  • täglich den positiven Glaubenssatz einprägen, bis er unser Denken und handeln bestimmt

2. Eine positive Einstellung entwickeln

Grundsätzlich ist es hilfreich, Dinge mit einer positiven Einstellung anzugehen. Wer nur über den negativen Ausgang einer Situation nachdenkt, wird selten gute Ergebnisse erzielen. Wer sich hingegen mit einem möglichen Erfolgsergebnis beschäftigt, verhindert mit dieser positiven Einstellung automatisch Versagensängste.

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3. Erfolg lässt sich üben

Warum Energie mit Grübeln über mögliche negative Konsequenzen verschleudern? Konzentrieren wir uns auf die Aufgabe, erhöht dies unsere Erfolgschancen deutlich. Da sich unser Unterbewusstsein jedes positive Erlebnis deutlich einprägt, baut sich der Druck bei einer vergleichbaren Situation gar nicht erst auf. Wenn wir immer wieder positive Erfahrungen machen, ändert das die Sicht auf die Dinge und steigert dauerhaft das Selbstvertrauen.

4. Automatismen

Automatismen lenken uns von äußeren Einflüssen ab. Sie helfen dabei, uns auf die Aufgabe zu konzentrieren. Kleine Rituale vor wichtigen Gesprächen wirken Wunder. Das kann eine Atemübung oder ein kurzer Spaziergang sein.

5. Körpersprache

Neben unserer Einstellung und der inneren Haltung ist auch unsere Körpersprache sehr wichtig, da sie großen Einfluss auf das Stressempfinden hat. Ein fester Stand und eine aufrechte Haltung stärken unser Selbstbewusstsein. Nach außen wirken wir souverän und glaubwürdig. Selbst in stressigen Gesprächssituationen entwickelt sich allein durch eine offene Körpersprache schnell eine entspannte Atmosphäre. Untersuchungen haben gezeigt, dass mit einer positiven Körpersprache das Vertrauen in das eigene Können steigt. Also: Schultern entspannen, Brust raus, fest auf beiden Beinen stehen und freundlich lächeln.

Der entscheidende Elfmeter vor 60.000 euphorischen Fans, der Schütze steht mit hochkonzentriertem Blick am Punkt: Profisportler lernen, sich auf solche Drucksituationen vorzubereiten. Was Cristiano Ronaldo, Lionel Messi oder Toni Kroos können, kann jeder trainieren – etwa für die nächste Gehaltsverhandlung oder die anstehende Prüfung.

Andreas Iffland

Viel Erfolg mit unseren Tipps und alles Gute

Ihr Andreas Iffland

(Dale Carnegie Master Trainer)

Führungsintelligenz im Vertrieb

Liebe Leserinnen, liebe Leser!

vermutlich hat jeder von uns ein klares Bild von einem klassischen Vertriebler. Dieses ist meist ein wenig von Vorurteilen geprägt, da wir den „typischen Verkäufer“ häufig von nervigen Kalt-Akquise-Kontakten oder aufdringlichen Anrufen kennen.

Dennoch ist das Sales-Team ein wichtiger Bestandteil der meisten Firmen, um die Produkte oder Dienstleistungen auf den Markt oder an den Mann zu bringen. Damit der Vertrieb jedoch funktioniert und schwarze Zahlen geschrieben werden, braucht es auch einen Verkaufsleiter, der über Führungsintelligenz verfügt.

Führungsintelligenz ist gekoppelt an die Unternehmensziele: Erfolgreiche Unternehmen haben Ziele, Visionen und Werte definiert, die sich in den Bereichs- und Abteilungszielen sowie in Team- und Mitarbeiterzielen widerspiegeln. Wenn Vertriebsleiter diese Werte also nicht leben und keinen substantiellen Beitrag zu den gesetzten Zielen leisten, agieren sie an den Erwartungen des Unternehmens vorbei und dürfen wohl kaum als führungsintelligent bezeichnet werden.

Führungsintelligenz will Stärken nutzen und Potenziale entwickeln: Demnach fördern gute Vertriebsführungskräfte das Potenzial aller Mitarbeiter, damit sich das Unternehmen erfolgreich am Markt positionieren und kundenorientiert agieren kann.

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Führungsintelligenz zeichnet sich durch Emphatie und Vertrauen aus: Ziel eines Vertriebsleiters muss es sein, sich nicht nur in die Vorstellungs- und Gefühlswelt der Kunden hineinzuversetzten, sondern überdies auch in die der Verkäufer und Innendienstmitarbeiter. Im Kontext mit Einfühlungsvermögen steht auch die Fähigkeit, anderen zu vertrauen. Nur so kann man ein Team aus Verkaufsexperten aufbauen, die allesamt besser verkaufen können, als der Vertriebsmanager selbst, da sie den Freiraum haben, ihre eigenen Möglichkeiten zu nutzen.

Führungsintelligenz bedeutet Selbstreflexion: Führungspersonen haben viele Kompetenzen – besonders wichtig ist jedoch auch die Charakterstärke, sich selbst zu hinterfragen und in Frage stellen zu können. Wer glaubt, mit „0-8-15 Vertriebsweisheiten“ und „von oben herab“ ein Sales-Team leiten zu können , hat in Sachen Führungsintelligenz versagt.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Führungskraft im Vertrieb stets die  Antwort auf Frage „Dient diese Anpassung oder Anweisung der Erreichung der Unternehmensziele?“ kennen sollte , um auf dieser Grundlage alle Entscheidungen treffen zu können.

Haben Sie noch Fragen? Gerne beantworte ich Ihnen diese in unserem Führungskräftetraining oder in einer Mail – schreiben Sie gerne an info@dalecarnegie.de

Mit besten Grüßen

Ihr Uwe Göthert

 

 

Klassische Karriere vs. Karriere 4.0

In unserer heutigen Arbeitswelt geht der Trend hin zu flachen Hierachien. Jedes Unternehmen möchte so agil und modern wie viele Start Ups sein. Doch was bedeutet dies für die klassischen Führungspositionen und das Modell der Aufstiegskarriere?

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Das Ziel einer Innovation in Unternehmen ist nicht nur Kostenersparnis – viel mehr geht es auch um das Ideal einer agilen Zusammenarbeit auf Augenhöhe. So arbeitet man beispielsweise in Teams an Projekten und Aufgaben. Karriere und Leadership definiert sich dabei nicht mehr zwangsläufig an einer Position, die Prestige, Status und ein höheres Gehalt verspricht. Der Wunsch nach Selbstbestimmung und freier Arbeitsgestaltung, das Bedürfniss nach abwechslungsreichen Aufgaben und persönlicher Weiterentwicklung neben einer guten Work-Life-Balance – all das ist Teil der aktuellen Werteverschiebung und wird für uns immer wichtiger.

Wer auf dem Arbeitsmarkt der Zukunft erfolgreich sein will, muss auf jeden Fall sein ganzes Berufsleben über lernbereit, flexibel und lernfähig sein. Ausgangspunkt für die Karriere sollten eigene Ziele, Interessen, Talente und Stärken sein, da diese in einer Arbeitswelt mit wenig Strukturen die beste Orientierung bieten.

Wenn Anforderungen an Führungskräfte kaum noch vorhersehbar und stardartisiert sind, werden Lernfähigkeit, Offenheit und Unsicherheitstoleranz zu echten Schlüsselkompetenzen.

Was das für Unternehmen bedeutet? Die Alternativen zu einem klassischen Aufstieg sind zum Beispiel:

  • Explizite Anerkennung durch Kollegen
  • Wachsender Einfluss durch Kompetenz und Erfahrung
  • Gehaltserhöhungen auch ohne Beförderung
  • Beteiligung an Unternehmensentscheidungen
  • Zuwachs an Autonomie und Entwicklungsmöglichkeiten

Da sich die Arbeitsherausforderungen ständig ändern, müssen Unternehmen heute  viel potenzialorientierter einstellen und befördern. Statt Mitarbeiter auf standartisierte Karriereprogramme zu setzen, muss jeder individuelle Berücksichtigung finden: Welche Motive und Stärken hat der Mitarbeiter? Was braucht er, um seine Kompetenzen auszubauen?

Arbeitnehmer werden in Zukunft mehr Selbstverantwortung für ihre Karriere tragen. Dies bedeutet jedoch auch, dass sie genau DIE Unternehmen bevorzugen, von denen sie sich die beste Unterstützung versprechen.

Wer mit Anerkennung knausert, spart am falschen Ort. – Dale Carnegie

Geben wir also Kollegen und Mitarbeitern ehrliche Anerkennung und Wertschätzung – wir werden sie vielfach zurück bekommen!

Mit besten Grüßen,

Uwe Göthert

Kreativität & Angst vor dem Scheitern

Liebe Leserinnen, liebe Leser!

Wir sind kreative Wesen. Alle. In der Kindheit kannte unsere Imagination keine Grenzen und auch als Erwachsene erschaffen wir jede Nacht im Traum innere, dynamische Gefühlswelten. Warum haben wir im Alltag oft keinen unbeschwerten Zugang mehr zu diesem Potential?

Dafür gibt es viele mögliche Gründe. Unser Bildungssystem ist eher auf Anpassung und Reproduktion angelegt. Während der Pubertät werden neuronale Verknüpfungen zurückgebaut und nur die behalten und verstärkt, die wir häufig nutzen. Sind wir seltener kreativ, baut sich auch die dafür benötigte cerebrale Infrastrukutur zurück. Dazu kommt: Wir haben keine positive Fehlerkultur – Scheitern wird oft bestraft, sei es monetär oder sozial. Daher haben wir Angst davor, Fehler zu machen. Und verlieren den Mut, Neues auszuprobieren.

Think outside the box wird oft gefordert – aber lässt die Kultur es auch wirklich zu? Wird die Suche nach unkonventionellen Ansätzen – inklusive mancher Sackgasse – tatsächlich immer belohnt? Und haben wir auch die entsprechenden Talente an Bord? Viele Unternehmen suchen in ihren Stellenanzeigen Querdenker – aber wehe, sie kommen tatsächlich. Dann zeigt sich wie viel Innovation die bestehenden Strukturen vertragen.

Wirklich Großes entsteht oft dann, wenn jemand furchtlos die Grenzen des Bekannten hinter sich lässt. Natürlich kann dabei auch wirklich großer Mist raus kommen. Das ist das Risiko. No risk, no fun.

Ein gutes Beispiel dafür ist Hollywood. Jedes Jahr produzieren die großen Studios teure Filme mit bekannten Stars. Doch nicht jeder Kassenmagnet zieht tatsächlich. Einige wenige dieser Filme werden Blockbuster. Andere floppen. Titanic war einer der teuersten Filme aller Zeiten, aber auch einer der erfolgreichsten. Kate Winslet kannten davor nur wenige. Waterworld soff mit ähnlichem Aufwand ab – trotz dem damaligen Superstar Kevin Costner. My Big Fat Greek Wedding kostete weniger als eine Million und spielte mit völlig unbekannten Darstellern das 80fache seiner Herstellungskosten ein. In solch einem Fall spricht man gerne von einem Überraschungserfolg. Als gäbe es große Erfolge, die keine Überraschung und damit planbar sind. Die Wahrheit ist: Es gibt kein wirklich sicheres Rezept. Sonst würden es alle nachkochen.

Wer das Scheitern fürchtet, riskiert nichts. Wer nichts riskiert kann nicht wirklich kreativ sein. Wer nicht kreativ ist, geht ausgetretene Pfade, entwickelt keine Lösungen, macht nur mehr vom Gleichen aber nichts Neues. Wer nichts Neues zu bieten hat ist austauschbar. Wer heute austauschbar ist, ist morgen ersetzlich und bald darauf aus dem Geschäft.

Wie können wir also unsere angeborene Kreativität anzapfen? Schauen wir dazu in unser Gehirn. Um trotz der Vielzahl an Sinneswahrnehmungen die sekündlich auf uns einstürmen steuerungsfähig zu bleiben, blendet unser Hirn alles aus was unwichtig erscheint oder sich als Routine wiederholt. Wir fahren Auto und nehmen es kaum noch wahr wie wir schalten und lenken. Denken wir jedoch „bewusst“ nach, bewerten und sortieren wir auch gleich. Um neuen Ideen Einlass gewähren zu können, brauchen wir – um es mit Aldous Huxley zu sagen – ein Loch im Filter. Wir müssen flüchtige Ideen hereinlassen und den inneren Bewerter und Kritiker stumm schalten. Das Loch im Filter lässt Unorthodoxes durchschlüpfen. Das müssen wir vielleicht erst mal wieder üben. Der Kanal mag ein wenig verstopft sein und muss anfangs durchgepustet werden. Aber wenn es fließt, fließt es.

Wenn Kreativität sich ausdrücken möchte, ist das Medium egal. Ob wir Erfinden, Entwerfen, Schreiben, Malen, Basteln, Musizieren oder Tanzen spielt keine Rolle. Oft fühlen wir uns zu einer bestimmten Ausdrucksart hingezogen weil wir damit bereits Erfahrung haben (aktiv oder rezeptiv). Es ist nicht so entscheidend wie wir uns ausdrücken – sondern dass wir es tun.

Steve Jobs hat den Absolventen der Standford-Universität zugerufen: Stay hungry, stay foolish. Seitdem haben viele darüber spekuliert, was genau er gemeint hat. Für mich bedeutet foolish sein: Spinnen – im positiven Sinne. Vom Weg abkommen um nicht auf der Strecke zu bleiben. Die Vorstellungskraft nutzen. Und die guten Ideen pflücken. Sie liegen oft in der Luft.

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Mit besten Grüßen,

 

Dominik Umberto Schott

Vor seiner Trainer-Karriere war er u.a. Musiker, Schauspieler, Radiomoderator, Werbetexter und TV-Journalist. Kreativität & Veränderung sind der rote Faden in seiner bunten Biografie.