Die emotionale Komponente bei Veränderungsprozessen

Liebe Leserinnen und Leser,

Veränderung ist grundsätzlich nichts Schlechtes, denn sie ist eine Chance auf etwas Neues und Besseres. Dennoch ist Change gerade in Unternehmen gefürchtet und immer wieder Ursache für Kündigungswellen, demotivierte Mitarbeiter und Umsatzeinbrüche, da die Mitarbeiter emotional nicht abgeholt und ernst genommen werden.

Eine Veränderung verläuft immer nach dem gleichen Muster; jeder Betroffene muss dabei die gleichen Phasen durchlaufen. Deshalb spricht man auch von einem Change-Prozess.

Für den erfolgreichen Umgang mit den Veränderungen in einem Unternehmen hilft es, wenn Führungskräfte die Kübler-Ross-Kurve beachten und sich fragen, welcher Mitarbeiter gerade wo steht und was derjenige gerade braucht, um auch weiterhin motiviert zu bleiben und die Veränderung mitzumachen.

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Kurvenverlauf:

  • Phase 1: „Vorahnung“: Unruhe macht sich breit, die Gerüchteküche kocht, viel Zeit geht für Gerede drauf
  • Dann folgt die Verkündung der Entscheidung bzw. die Veröffentlichung der Veränderung
  • Phase 2: „Schock“ – Missinterpretation, Starre, viele wollen die Änderungen nicht wahrhaben und nicht annehmen, Stillstand, Schweigen
  • Phase 3: „Verneinung / Abwehr / Wiederstand“ – Ärger, Zorn, aktive Ablehnung, nicht mit mir! Die irren sich!
  • Aktiver Wiederstand, Stimmungs- und Meinungsmache, Fronten bilden sich
  • Phase 4: „Krise / Tal der Tränen“ – Verzweiflung, Selbstzweifel, Zweifel an dem Unternehmen, dem Chef oder der Zukunft
  • Phase 5: „Ausprobieren / Akzeptanz/ Anpassung“ – zaghaftes herantasten, ausprobieren des Neuen, erste Erfolge erleben
  • Phase 6: „Erneuerung / Commitment“ – Erfolge wiederholen sich, neue Routinen stellen sich ein, Sicherheit entsteht

»Nichts in der Geschichte des Lebens ist beständiger als der Wandel.«, sagte bereits Charles Darwin.

Sobald Sie als Führungskraft wissen, in welcher Phase der Kurve sich welcher Mitarbeiter grade befindet, können Sie entsprechend individuell auf ihn eingehen.

Besonders wichtig dabei ist eine ehrliche, transparente Kommunikation, damit Gerüchte gar nicht erst entstehen. Bleiben Sie in jeder Phase mit den Mitarbeitern im Gespräch, hören Sie zu und bieten Sie Orientierung und Hilfe an. Durch Wertschätzung, Empathie und eine positive Einstellung werden Sie jede Veränderung erfolgreich im Team realisieren.

Denn auch wenn uns Veränderungen im ersten Moment Angst machen oder unangenehm sind, bieten dieser Prozess auch die wunderbare Chance, das Team zu motivieren, das Potenzial jedes einzelnen zu erkennen und dessen Selbstvertrauen zu stärken.

Viel Erfolg und Mut zur Veränderung wünscht Ihnen

Birgit

 

Birgitt Eiglmeier

Dale Carnegie Business Coach

Stress… und dann?

Liebe Leserinnen, liebe Leser!

Stress ist eine körperliche und psychische Reaktion eines Menschen auf eine Situation, mit der wir nicht umgehen können. Ursache dafür sind z.B. Zeitdruck oder Zeitmangel, soziale Konflikte, ein gestörtes Betriebsklima, inadäquates Führungsverhalten von Vorgesetzten, aber auch persönliche bzw. familiäre Probleme.

Stress wird gefährlich wenn er chronisch wird. Der andauernde Alarmzustand zehrt an den körperlichen und psychischen Reserven. Nachweislich ist bei einer chronischen Stressbelastung z.B. das Immunsystem geschwächt und die Wundheilung verlangsamt sich. Weitere mögliche Folgen sind erhöhte Müdigkeit, Depression und Magen-Darm-Erkrankungen, sowie ein erhöhtes Risko für Schlaganfall und Herzinfarkt.

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Gerade Menschen mit direktem Kundenkontakt sind vielen Fragen und teils respektlosen Konfrontationen ausgesetzt. Kein Wunder also, dass mich auch viele Teilnehmer unserer Trainings immer wieder fragen, wie sie mit Stress umgehen sollen.

Die „Lösungen“ bestehen oft im „in sich reinfressen und lächeln“ , „rausgehen und schreien“ oder rauchen. Irgendwann ist jedoch unser persönliches Limit erreicht und die angestaute Wut wird ausagiert und eskliert dann in augenscheinlich harmlosen Situationen – in der Arbeit oder zu Hause.

Auf Dauer löst keiner dieser Herangehensweisen das Problem. Weder verdrängen noch ausagieren mindert auf lange Zeit gesehen die vorhandene Stressenergie im Körper.

Doch wie geht man denn nun richtig mit Stress um?

Gundsätzlich möchte ich Ihnen folgendes mit auf den Weg geben… Wer z.B. meditiert oder autogenes Training macht, hat eine ruhigere Grundhaltung und ist generell nicht so leicht gestresst. Auch die Umwandlung der Stressenergie in sportliche Tätigkeit ist eine gute Idee.

Desweiteren ist die Lebenseinstellung essenziell. Hat man die Einstellung, dass einem alles zufällig passiert und man allein gegen den Rest der Welt kämpft, erlebt man sicher mehr Stress, als wenn man davon ausgeht, dass hinter allem ein gewisser Sinn steckt, man durch seine Lektionen lernen und stärker werden kann und man dem Leben insgesamt vertrauen kann, dass es das Beste für einen will.

Der angestaute Stress hat das Potential, den Menschen krank zu machen. Weitere Tipps, wie Sie mit Stress erzeugenden Situationen am besten umgehen, um die Folgen, wie z.B. Lustlosigkeit dem Leben gegenüber, viel Schlafbedarf, Burnout oder Aggression, etc. zu vermeiden, lesen Sie in Teil II meines Beitrags am 1. November.

Mit besten Grüßen

Nicole_klein

 

Ihre Nicole Jantzen

Dale Carnegie Business Coach

 

 

International leben und arbeiten…

Liebe Leserinnen und Leser!

Was bedeutet es eigentlich, mit über 50 verschiedenen Nationalitäten gleichzeitig zu leben und zu arbeiten? Wie geht das ohne Probleme und große Missverständnisse? Ist es denn überhaupt möglich?

Ich habe genau das im Mittleren Osten täglich erleben dürfen, als ich über 2 Jahre dort gearbeitet habe. In einem fremden Land, mitten in der Wüste, wenn Familie und Freunde weit weg und oft sogar auf anderen Kontinenten sind… Man ist plötzlich auf andere und deren Verständnis angewiesen. Umso mehr hat es mich erstaunt und fasziniert, wie viel Menschlichkeit und Nächstenliebe einem in dieser Situation entgegen gebracht wurde.

Sämtliche Vorurteile gegenüber Religion und Herkunft werden über Bord geworfen, in jeder Situtation begegnet man sich mit viel Emphatie und gegenseitigem Respekt. Denn man sitzt nun im selben Boot und verfolgt ein gemeinsames Ziel: man muss sich in einem fremden Land eingewöhnen und zurecht finden – weit weg von Zuhause, an einem Arbeitsplatz, an dem viele Dinge komplett anders laufen,  als wir es von zu Hause kennen. Schnell werden Fremde zu Freunden und sogar einer Art Familie, in der kulturelle Unterschiede keine Hürden mehr sind.

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In außergewöhnlichen Situation begegnet man seinem Gegenüber mit ehrlichem Interesse und Neugier – statt Bewertung und Vorurteil erfahren wir Empathie und Verständnis. Denn auch wenn unsere Kulturen häufig kaum verschiedener sein könnten (rein objektiv betrachtet), sind das Herkunftsland oder die dazugehörige Kultur am Ende doch vollkommen irrelevant. Ich habe es immer wieder erlebt, wie sich zwischen Menschen aus den unterschiedlichsten Nationen tiefe Freundschaften entwickelt haben, die auch lange nach der Rückkehr in das jeweilige Heimatland, noch bestehen.

Das Wesentliche sieht man nur mit dem Herzen gut!

Dies hat bereits der „kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry erkannt. Denn dort liegen unsere Werte und tiefen Glaubenssätze, unsere Einstellungen und unsere innere Haltung. Diese grundlegenden, menschlichen Dinge sollten nicht auf Kulturen und ihre Sitten bzw. Gebräuche reduziert werden. Was zählt ist der Mensch unter all diesen Schichten und wie er wirklich ist; unabhängig von seiner Religion oder sozialem Status.

Klar, einfach ist es am Ende nicht, mit 50 Nationen gleichzeitig zusammen zu arbeiten und man steht sicherlich auch immer wieder vor neuen Herausforderungen. Doch wenn alle diese Situationen mit Toleranz und Respekt begegnen, dann ist es durchaus möglich, friedlich und erfolgreich mit all diesen verschiedenen Nationalitäten zu leben und zu arbeiten.

Herzliche Grüße

annKr

 

Annie Wulf

Dale Carnegie Business Coach

 

 

Unsere Tipps für erfolgreiche Changeprozesse & Veränderungen

Liebe Leserinnen, liebe Leser!

Eine der größten Unwahrheiten, die vor anstehenden Veränderungen stets gepredigt werden, ist die Aussage: „Es wird alles besser werden!“. Viele Versprechungen und große Visionen werden kommuniziert, um die Bereitschaft der Mitarbeiter für die Veränderung zu steigern… Doch leider bleibt dies ein Wunsch. Im ersten Moment wird nämlich in der Regel alles schlechter – doch keine Sorge, das ist ganz normal!

Das 3-Phasen-Modell von Kurt Lewin zeigt in sehr einfacher Art und Weise, wie üblicherweise eine Veränderung bzw. ein Change-Prozess abläuft.

Lewin

In der Phase des Unfreeze werden alte Strukturen langsam aufgebrochen – so wie man ein Gulasch auch nicht direkt aus der Tiefkühlung in den Topf wirft und kocht.

Über alle 3 Phasen hinweg werden Menschen ganz unterschiedlich auf die anstehenden und akuten Änderungen reagieren. Doch genau diese Einstellung hat zusätzlich Einfluss auf die Veränderung und kann am Ende über den Erfolg oder Misserfolg entscheiden. Grundsätzlich lassen sich hier zwei Einstellungen unterscheiden:

  • Positiv: Klasse, endlich passiert etwas.
  • Negativ: Warum denn, ist doch alles gut. Das wird nie was.

Unser Tipp: Nehmen Sie sich deshalb gerade in der ersten Phase viel Zeit, um die Veränderung vorzubereiten.

Danach kommt die Phase des Change – es geht nun also tatsächlich um die Realisation der Veränderungen. Während dieses Prozesses geht die Arbeitsleistung erstmal zurück.

Warum das logisch und vollkommen normal ist, lässt sich recht einfach erklären. Wird beispielsweise zum 1.8. das neue Modul zur Reisekostenabrechnung aktiv, so ist der Vorgang für alle Mitarbeiter bis Ende Juli gewohnt/geübt/normal. Ab dem 1.8. ist jeder Schritt dann jedoch neu, der Vorgang muss erst eingeübt werden. Dies gilt auch bei der Einführung eines neues IT-Systems – erst einmal wird es schwieriger, die Mitarbeiter müssen mehr nachdenken, es gibt keine Routine und die Fehlerrate steigt. Erst nach einiger Zeit steigt die Arbeitsleistung wieder an und landet hoffentlich auf einer neuen, höheren Ebene.

Zuletzt kommt die dritte wichtige Phase, die leider häufig vergessen, verkürzt und übersprungen wird: Refreeze. Nach einer Veränderung ist es sehr wichtig, wieder Ruhe einkehren zu lassen.

Unser Tipp: Geben Sie der Organisation und allen Mitarbeitern genügend  Zeit, um den neuen Prozess einzuüben bzw. die Veränderungen schätzen zu lernen…

Konzentriere nicht all Deine ganze Kraft auf das Bekämpfen des Alten, sondern darauf, das Neue zu formen.Sokrates

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Mut und Freude bei den nächsten Veränderungen.

Mit besten Grüßen

Birgit

 

 

 

Birgit Eiglmeier

(Dale Carnegie Business Coach)

Lob – eine Herausforderung beim GEBEN und NEHMEN

Liebe Leserinnen, liebe Leser!

wünschen wir uns nicht alle die Wertschätzung für unsere Arbeit und eine Anerkennung unserer Erfolge? Leider passiert dies (gefühlt) viel zu selten und kommt meistens zu kurz.

Dale Carnegie hat das schon in den 30er Jahren erkannt. Eine seiner wichtigsten Empfehlungen aus dem Bestseller „Wie man Freunde gewinnt“ ist auch heute noch aktuell und richtig: Geben Sie anderen ehrliche und aufrichtige Anerkennung.

Längst ist das Thema „Wertschätzung“ für Mitarbeiter so wichtig, dass es über den Erfolg eines Unternehmens entscheidet – und steht deshalb immer häufiger im Fokus von firmeninternen Trainings und Weiterbildungsprogrammen.

In zahlreichen Trainings habe ich es als Trainerin immer wieder erlebt, dass es häufig extrem schwer fällt, eine ehrlich gemeinte Wertschätzung als ernstgemeint zu betrachten und das Lob auch anzunehmen.

Ein Beispiel:

Die meisten Teilnehmer freuen sich über die sogenannte Anerkennungsrunde, die wir in unseren Trainings zur persönlichen Weiterentwicklung durchführen. Die meisten haben großen Spaß dabei, ehrliches und aufrichtiges Lob zu äußern.  Diese Anerkennung dann jedoch auch anzunehmen, ist da schon sehr viel schwieriger. Viele Teilnehmern tun sich damit unglaublich schwer und ich höre immer wieder Kommentare wie „Das fühlte sich total komisch an“ oder „Ich hab mich sehr unwohl dabei gefühlt“. Ich erlebe häufig, wie die Teilnehmer das Lob, das sie bekommen, mit einem „Ach, so toll war das nun auch nicht“ , oder „Aber ganz so ist es ja auch nicht“ bzw. „ja aber das ist doch ganz normal und verständlich“ abwinken, manchmal sogar über das Lob diskutieren oder sich rechtfertigen, anstatt aufmerksam zuzuhören und ganz einfach nur DANKE zu sagen.

Es gibt verschiedene Theorien und diverse Gründe, warum wir mit Lob und Anerkennung so schlecht umgehen können. Häufig ist unser Selbstwertgefühl zu gering und wir sind überzeugt, das Lob nicht verdient zu haben.  Häufig wurde uns in der Kindheit beigebracht, bescheiden zu sein – mit dem Lob haben wir dann vielleicht das Gefühl, egoistisch zu sein. Manchmal ist es uns auch einfach nur unangenehm, in diesem  Moment im Mittelpunkt zu stehen…

Schlussendlich lässt sich also festhalten, dass wir eine Lob- und Anerkennungskultur  entwickeln müssen, in der einerseits Führungskräfte Leistungen sehen, anerkennen und wertschätzen, und andererseits MitarbeiterInnen Anerkennung und Lob ohne Vorbehalte annehmen können.

Eine von Herzen kommende Anerkennung auch anzunehmen ist mindestens genauso ein Zeichen von Wertschätzung und Respekt. Lernen wir also, dieses Geschenk mit Freude und Dankbarkeit anzunehmen!

Mit besten Grüßen

annKr

 

Ihre Annie Wulf

Dale Carnegie Trainerin

Treffen Sie klügere Entscheidungen

Liebe Leserinnen und Leser,

wie versprochen kommt hier Teil II zum Thema Systemisches Konsensieren – einem Entscheidungsinstrument ohne Machtspielchen und mit einem Ergebnis, welches das ganze Team motiviert…

Das Systemische Konsensprinzip (=SK-Prinzip) ist ein Entscheidungsinstrument, das eine konstruktive Zusammenarbeit von Menschen und Gruppen jeder Größe, sogar über scheinbar unüberwindbare Gräben hinweg, ermöglicht.

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Die Beteiligten entwickeln beliebig viele Lösungsvorschläge und bewerten gemeinsam die einzelnen Ideen. Die Gruppe strebt selbsttätig den größtmöglichen Interessenausgleich an, der mit der momentanen Kreativität und Konsensbereitschaft erreichbar ist. Durch die Anwendung werden Lösungen gefunden,

  • a) die dem Konsens nahekommen,
  • b) die höchste Akzeptanzmehrheit erzielen und
  • c) das geringste Konfliktpotenzial aufweisen.

Vorschläge, die ein Problem nicht befriedigend lösen, erhalten großen Widerstand und werden nicht konsensiert/beschlossen.

„Vorschläge haben dann eine hohe Chance zur Umsetzung, wenn sie die Bedürfnisse aller Beteiligten berücksichtigen.“

Systemisches Konsensieren kann sowohl zur Entscheidungs-Vorbereitung (Stichwort „Kooperative Entscheidungsvorbereitung“ = KEV), als auch zur Entscheidungsfindung eingesetzt werden.

In allen Gesellschaftsbereichen, in denen mittels SK-Prinzip entschieden wird, entsteht während der Näherung an den Konsens ein kollektives Bewusstsein über gemeinsame Ziele und die Grenzen der Zumutbarkeit. Dadurch gelingt es, Probleme und Interessenkonflikte dauerhaft zu lösen. Führungskräfte verlieren also nicht ihre Machtposition, sondern gewinnen ein starkes, motiviertes Team.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Erfolg bei den nächsten Entscheidungen.

Mit besten Grüßen

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Osair Baraki

Dale Carnegie Business Coach, Trainer und Business Konsens Moderator

Hinter dem Tellerrand geht‘s weiter – Arbeiten im internationalen Umfeld!

Liebe Leserinnen, liebe Leser!

Die zunehmende Internationalisierung des Arbeitsmarktes birgt zahlreiche Chancen, bringt für Unternehmen jedoch auch gewisse Herausforderungen mit sich.

Die Grundvoraussetzungen für die Arbeit im internationalen Umfeld sind unter anderem Offenheit, Neugierde und eine gute Portion Wissensdurst und Mut. Klar, wenn man bedenkt, dass man sein Zuhause mit Familie und Freunden für eine ganze Weile nicht sehen wird und sich in einem neuen Land und neuer Umgebung einleben muss.

Als erfolgreiche und gute Führungskraft sind hier nicht nur umfangreiche Fremdsprachenkenntnisse vorausgesetzt. Die Tätigkeit bzw. das Umfeld verlangt auch, sich mit den Gegebenheiten der einzelnen Länder genauestens vertraut zu machen. Denn Dinge, die für uns selbstverständlich sind, können in der Ferne völlig anders gewertet werden.

Denken wir nur mal an die unterschiedlichen Religionen und dazugehörigen Feiertage sowie Bräuche und Traditionen. Hier müssen Führungskräfte täglich auf‘s Neue Toleranz zeigen. Denn in Europa haben wir komplett andere Gewohnheiten verglichen mit z.B. Mitarbeiter aus dem Raum Asien und dem Mittleren Osten. Feiertage haben immense Auswirkungen auf die Urlaubsplanung im Team und Gebetszeiten können die Einteilung der Schichten weitgehend beeinflussen. Letztendlich müssen auch Essensgewohnheiten und vor allem kulturell bedingte Verhaltensweisen, Wertvorstellungen und Denkweisen immer wieder berücksichtigt werden…

Inzwischen habe ich bereits in 5 von 7 Kontinenten gearbeitet und 30 Länder bereist. Aus meiner Erfahrung heraus möchte ich Ihnen nun ein paar Tipps für Führungskräfte mit einem internationalen Team mit an die Hand geben:

  • Begegnen Sie Ihren Mitarbeitern mit ehrlichem Interesse und stellen Sie Rückfragen. Denn mit Empathie und Neugier auf andere Kulturen werden Sie ein größeres Verständnis für deren Bedürfnisse bekommen.
  • Zeigen Sie Respekt und nehmen Sie immer wieder die Perspektive der anderen ein. Als eine Art Mentor können Sie dann objektiv handeln und so Konflikte im Team vorbeugen bzw. reduzieren.
  • Verbringen Sie Zeit mit Ihren Mitarbeitern und Kollegen. Berufliche Meetings aber auch private Team-Events schaffen eine Ebene für Gemeinsamkeiten, die das gegenseitige Vertrauen stärken.
  • Erklären Sie Ihre Handlungen und schaffen Sie hier eine große Transparenz.
  • Mit einer offenen Kommunikation lassen sich viele Konflikte wie z.B. Missverständnisse und Sprachbarrieren vermeiden.

Mit dem Bewusstsein für die unterschiedlichen Kulturen und viel Aufgeschlossenheit sowie Verständnis für unser Gegenüber werden wir alle auch im internationalen Umfeld mehr Erfolg haben. Arbeit im internationalen Umfeld erweitert unseren Horizont, macht viel Spaß und ist auch unglaublich spannend. Es ist am Ende also viel mehr als nur ein Blick über den Tellerrand –  man lernt dabei eine ganze Menge über sich selbst, seine eigenen Angewohnheiten und deren Wirkung auf andere, um letztendlich sein volles Potenzial zu entfalten.

annKr

Mit herzlichen Grüßen

Ann Kristin Wulf

(Dale Carnegie Trainerin)

Die Kraft der Vision

Liebe Leserinnen, liebe Leser!

Bekanntlich unterscheidet der Verstand nicht zwischen Realität und geistiger Vorstellung. Denken wir zum Beispiel an unser Lieblingsgericht, läuft uns sprichwörtlich „das Wasser im Munde zusammen“. Unser Körper reagiert also auch auf Fiktion und allein der Gedanke reicht schon aus, um ein bestimmtes Verhalten zu erzeugen. Doch wie können wir nun diese Erkenntnis nutzen, um z.B. unsere beruflichen Visionen Wirklichkeit werden zu lassen?

Ich persönlich habe schon erlebt, wie die Vorstellung meiner Zukunft plötzlich Realität geworden ist. Es waren Wünsche und Ziele, derer ich mir sehr bewusst war und die mir so wichtig waren, dass ich auch häufig davon erzählt habe. Immer wieder habe ich diese Momente in meinen Gedanken durchlebt, so dass sich viele Details eingeprägt haben. Nach einiger Zeit hat sich dann mein Umfeld meiner Gedankenwelt angepasst, so dass ich am Ende genau das erlebte, was ich mir immer wieder gewünscht hatte.

Wahrscheinlich kennen Sie diesen Effekt – in der Psychologie würde man wohl von der selbsterfüllenden Prophezeiung sprechen. Ich habe es mir letztendlich mit dem folgenden Ansatz erklären können: unser Bewusstsein versucht unsere Umwelt so zu erschaffen, dass es dem dominant vorherrschenden Inneren gleicht. Unser Körper folgt demnach also automatisch den programmierten Einstellungen unseres Unterbewusstseins. Diese Theorie gibt uns die Möglichkeit, unsere Zukunft in gewissem Maße selbst zu gestalten.

„Unser Leben ist das Produkt unserer Gedanken.“ – Mark Aurel, römischer Kaiser und Philosoph, 1 Jhd. nach Christus

Doch wie können wir diesen Effekt nun in unserem Alltag nutzen, um unsere Ziele und Wünsche zu einem Werkzeug zu verwandeln, mit dem wir unternehmerische Visionen verwirklichen können?

Stellen Sie sich regelmäßig Ihre Vision bildlich vor (lat. visio, übersetzt: der Anblick):

  • Beobachten Sie sich in Gedanken dabei, wie Sie Ihr Ziel erreichen.
  • Versuchen Sie, diese Erfahrung intensiv und mit allen Sinnen zu erleben!
  • Was fühle ich? Wer ist da? Was hilft mir dabei? Wo bin ich?

Geben Sie auch Ihrem Körper die Möglichkeit, ihm mit auf die Reise zu nehmen und lassen Sie so Ihren geistigen Film Realität werden.

Mit einer positiven Einstellung und dem Wissen, dass Sie das Ziel in Gedanken ja bereits mehrfach erreicht haben, werden Sie diesen Erfolg mit gesundem Selbstbewusstsein auch in der Realität erzielen können.

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In diesem Sinne viel Erfolg und alles Gute

Ihr Vincent Schwarzmeier

(Dale Carnegie Trainer)

 

Zeit- und Selbstmanagement als Erfolgsfaktor

Liebe Leserinnen und Leser!

Im letzten Beitrag haben wir uns bereits mit der Relevanz von Zielen für unseren persönlichen und beruflichen Erfolg beschäftigt. Nun wollen wir uns anschauen, wie wir sicherstellen, das wir als eine Art Ein-Mann-Unternehmen diese Ziele auch wirklich erreichen.

Schritt 1: Herunterbrechen der Ziele

Gehen wir einmal davon aus, dass sinnvolle Jahresziele vereinbart sind. Die Frage, die wir uns jederzeit stellen sollten und auch eine Antwort darauf haben sollten, ist:

„Was ist diese Woche an Aktivitäten erforderlich, um auf den Weg zu meinen Zielen „on track“ zu sein?“ Um eine Antwort auf diese Frage geben zu können, müssen wir die Ziele zunächst auf Wochenziele herunterbrechen. Die erste Frage, die wir uns also jede Woche stellen sollten (oder besser noch: am Ende der Vorwoche): „Welche Ergebnisse muss ich diese Woche erzielen, um meine Jahresziele zu erreichen?“

Schritt 2: Verknüpfung der Wochenziele mit Aktivitäten

Da diese Wochenziele viel greifbarer sind, ist es auch deutlich einfacher einzuschätzen, welche Aktivitäten erforderlich sind, um diese Ziele zu erreichen. Auch ist die Lernkurve viel steiler. Wir lernen von Woche zu Woche, ob unsere Einschätzung richtig war und werden so immer besser darin, die richtige Wahl zu treffen.

Schritt 3: Sicherstellen, dass wir diese Aktivitäten auch umsetzen

Jeden Tag kommen Dinge auf uns zu, die wir nicht vorausplanen können: Reklamationen von Kunden, zusätzliche vom Chef übertragene Aufgaben, Ausfall von Mitarbeitern, usw. Wie sollen wir nun sicherstellen, dass genügend Zeit übrigbleibt, für die Aktivitäten, die zum Erreichen unserer Wochenziele erforderlich sind.

Nehmen wir hier mal eine Anleihe beim Thema Geld. Viele Menschen sparen kein (oder zu wenig Geld), weil sie am Ende des Monats zurücklegen wollen, was übriggeblieben ist. In der Regel machen sie die Erfahrung, dass nichts übriggeblieben ist. So ähnlich verfahren die meisten Menschen auch mit ihrer Zeit. Sie erledigen zunächst all die (teils vermeintlich) dringenden Dinge, und kommen dadurch nicht mehr dazu an den wichtigen Themen zu arbeiten, die sie ihren Zielen näherbringen.

Ich habe mich mehrere Jahre intensiv mit Zeit- und Selbstmanagement beschäftigt. Wenn ich aus alle den Tipps und Tools eine einzige Sache auswählen sollte, die den größten positiven Effekt auf unsere Ziele hat, dann ist es genau die, die uns auch hier weiterhilft: Termine mit sich selbst.

Manche nennen es „Stille Stunde“, andere „Blockzeit“. Ich nenne es gerne einen „Termin mit uns selbst“. Mehrmals pro Woche sollten wir einen Zeitblock einrichten, an dem wir ungestört an unseren Zielen arbeiten. Und „ungestört“ heißt „ungestört“. Keine Telefonate, keine E-Mails, keine offene Bürotür.

Natürlich taucht die Frage auf, wie oft soll ich einen solchen „Termin mit mir selbst“ einrichten. Das hängt von vielen Faktoren ab: vom Job, vom Arbeitsumfeld, von der Höhe der Ziele, etc. Als Richtmaß für den Anfang könnten drei Blöcke á 2 Stunden pro Woche gelten. Viele Menschen sind erstaunt darüber, was man in 6 Stunden ungestörter Arbeit alles erreichen kann.

Als Antwort auf diesen Vorschlag höre ich oft: „Das geht bei mir nicht“. Stellen wir uns besser die Frage: „Wie kann ich es möglich machen?“ Ein Kollege übernimmt in dieser Zeit die Anrufe (und Sie tun es später für ihn). Mails werden danach beantwortet (E-Mail-Benachrichtigung unbedingt ausschalten: kein Ton, kein visuelles Signal). Zeiten nutzen, in denen typischerweise eher weniger los ist.

Jeder muss seinen eigenen Weg finden. Ich stehe beispielsweise jeden Morgen um 4:30 auf. Zwischen 05:00 Uhr und 07:00 Uhr kommen selten Anrufe. Diesen Artikel schreibe ich gerade im Zug. Aber da sind wir wieder beim Thema Disziplin. Wie wichtig ist uns das Erreichen unserer Ziele wirklich? Was sind wir bereit, dafür zu tun.

Fazit

Zeit- und Selbstmanagement ist eine Frage des Systems:

  1. Herunterbrechen der Jahresziele auf Wochenziele
  2. Festlegen der notwendigen Aktivitäten, um die Wochenziele zu erreichen
  3. Sicherstellen, dass diese Aktivitäten auch umgesetzt werden

Klingt einfach? Ist es auch. Die entscheidende Frage ist: Haben wir die Disziplin, ein solches System umzusetzen. Sprechen wir uns in einem Jahr wieder. Ich bin gespannt zu hören, was sich in Ihrem Leben verändert hat.

Zeitmanagement ist für Sie eine echte Herausforderung? Besuchen Sie doch den entsprechenden Dale Carnegie Kurs – wir helfen Ihnen gerne weiter.

Mit den besten Grüßen,

Ihr Andreas Iffland

Andreas Iffland

Unter den ca. 3.000 Dale Carnegie Trainern weltweit gehört Andreas Iffland zu den 30 Carnegie-Mastern, die für die Trainerausbildung verantwortlich sind. Seit 2002 hat er mit Kunden, Teilnehmern und Trainer aus allen Kontinenten gearbeitet. Seine mehr als 25-jährige Tätigkeit in Sales und Sales Management sind der Grund dafür, dass neben der Trainerausbildung Verkaufstrainings sein Spezialgebiet sind.

So erreichen Sie Ihre Ziele 2018…

Liebe Leserinnen, liebe Leser!

„Sagen Sie mal Herr Iffland, wie kann ich in der mir zur Verfügung stehenden Zeit mehr Aufgaben erledigen?“

Das hat mich einmal ein Seminarteilnehmer gefragt. Nun, diese Frage ist ja durchaus berechtigt. Wer macht nicht die Erfahrung, dass es heutzutage gilt, immer mehr Aufgaben immer schneller mit immer weniger Ressourcen zu erledigen. Wenn man den Satz nun einmal genauer analysiert, dann stellen sich verschiedene Fragen:

  • Wie ist denn die ‚mir zur Verfügung stehende’ Zeit definiert?
  • Was heißt ‚mehr’? Im Vergleich wozu?
  • Ist ‚mehr’ eigentlich ein relevantes Maß?

In Zeiten ständiger Erreichbarkeit verschwimmen die Grenzen zwischen Arbeitszeit und Freizeit immer mehr. Viele Selbstständige unterscheiden hier inzwischen ohnehin nicht mehr. Wir wollen in diesem Beitrag die Frage einmal umformulieren:

„Wie kann ich möglichst viel erreichen?“

In dieser umformulierten Frage geht es weniger um die Dinge, die ich tue, als vielmehr um die Ergebnisse, die ich durch diese Tätigkeiten erziele. Menschen, die mit ihrem Zeit- und Selbstmanagement nicht zufrieden sind, mangelt es oft an einem oder mehreren der folgenden Punkte:

  • Klarheit über die Ziele
  • Verknüpfung der Aktivitäten mit diesen Zielen
  • Disziplin

Hier geht es nun vor allem um die ersten beiden Aspekte: Klarheit der Ziele sowie die Verknüpfung unserer Aktivitäten mit diesen Zielen. Betrachten wir doch einmal als Planungshorizont ein Jahr. Das ist ein Zeitraum, für den in den meisten Unternehmen die Ziele für die einzelnen Mitarbeiter definiert sind: Umsatzziele, Abschluss eines Projekts, Erwerb einer bestimmten Fähigkeit, usw. Oft gibt es nur ein oder zwei, manchmal 4 Gespräche pro Jahr, in denen der Vorgesetzte und der Mitarbeiter besprechen, wie es mit dem Grad der Erreichung dieser Ziele ausschaut.

Nur zu oft kommt man gemeinsam zum Ergebnis, dass die Ziele „nicht ganz“ erreicht wurden oder unterjährig, dass man nicht „on track“ ist. Es wird die ein oder andere Maßnahme besprochen, in der Hoffnung, dass es beim nächsten Gespräch besser aussieht.

„Hope is not a Strategy“

Allzu oft bleibt es leider bei der Hoffnung. Die meisten Zeitmanagement-Experten sind sich einig, dass die Woche ein vernünftiger Planungshorizont ist. Und um zu messen, ob wir „on track“ sind, bedarf es nicht des Gesprächs mit einem Vorgesetzten. Letztlich ist jeder der Chef seiner eigenen „Ich AG“. Wir sind der CEO unseres eigenen Unternehmens, das aus uns alleine besteht.

Wie können wir nun sicherstellen, dass dieses Ein-Mann-Unternehmen seine Ziele erreicht? Das Lesen Sie in Teil 2 meines Beitrags am 17. Januar 2018.

Weitere hilfreiche Tipps zum Thema Zeitmanagement bekommen Sie hier.

Alles Gute und bis bald,

Ihr Andreas Iffland

Andreas Iffland

Unter den ca. 3.000 Dale Carnegie Trainern weltweit gehört Andreas Iffland zu den 30 Carnegie-Mastern, die für die Trainerausbildung verantwortlich sind. Seit 2002 hat er mit Kunden, Teilnehmern und Trainer aus allen Kontinenten gearbeitet. Seine mehr als 25-jährige Tätigkeit in Sales und Sales Management sind der Grund dafür, dass neben der Trainerausbildung Verkaufstrainings sein Spezialgebiet sind.